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Hat der Lock Down etwas bewirkt?

Langsam aber sicher kehrt der Alltag zurück. Nach Wochen der Angst, des Zweifels, der Ungewissheit, der Zwangspause oder des Ausnahmezustandes kehrt langsam wieder Normalität ein. Jeder hat diese Zeit, in der Covid 19 alles auf den Kopf gestellt hat anders erlebt. Die Systemerhalter mussten Überstunden schieben, die anderen wurden auf Null zurückgeworfen. Ich bin sicher, es ist beides nicht einfach, deshalb kann ich nur aus meiner Sicht  schreiben und hoffe auf das Verständnis derer, die diese Zeit komplett anders wahrgenommen haben. Einen großen Dank an all jene die mich  an der Kasse bedient haben, obwohl ich manchmal sehr gereizt war.

 

Den Februar 2020 verbrachte ich in Indien um eine weitere Yogalehrer-Ausbildung zu machen. Mein Mann versorgte in der Zwischenzeit unsere Kinder, eineinhalb und dreieinhalb Jahre alt. Ich war voller Tatendrang als ich zurückkehrte, immerhin plante ich ab März zwei neue Kooperationen und wollte voll durchstarten. Zwei Wochen nachdem ich zurückgekehrt war, kündigte Herr Kurz den totalen Lock Down an. Mein Mann flog nach Spanien, da er für Österreich nur ein Touristenvisum hat. 

 

Da war ich nun mit zwei kleinen Kindern, allein ohne Unterstützung weil die Oma zur Risikogruppe gehört und man ja niemanden zur Last fallen möchte in dieser eigenartigen Zeit. Ich genoss die Zeit mit meinen Kids weil ich ja einen Monat aufzuholen hatte,  aber ehrlich, nach  zwei Wochen merkte ich, dass nicht alles Qualitätszeit ist. Besonders als ich  zum dritten Mal mit zwei ungeduldigen Kleinen im Supermarkt stand, das Klopapier wieder ausverkauft war und wir wahrscheinlich die einzigen waren in deren Haushalt es wirklich keines mehr gab. Zumindest gab es dann mal Küchenrollen zur Überbrückung. Die Kleine wurde im Kinderwagen angeschnallt, den der Große schieben musste  in der Hoffnung, dass er dann zumindest nicht alles anfasst. Das hat auch nur zum Teil funktioniert. Bis wir dann an der Kasse standen, zur Kenntnis nehmend, dass das was ich kaufen wollte, alles nicht da war, wohl wissend, dass wir aber sicher auch nicht verhungern werden, war ich zwar etwas erledigt aber auch froh, es geschafft zu haben. Und dann kommt beim einräumen der gekauften Artikel diese Stimme von hinten, die sich beschwert, dass "da nix weitergeht".

 

Es war auch für mich nicht leicht in dieser Zeit die Geduld zu bewahren, obwohl ich  täglich meiner Yogapraxis nachging wenn meine Kinder schliefen.  Aber zumindest war ich soweit zu reflektieren, zu erkennen wenn Ärger in mir aufsteigt und zu analysieren ob sich der Ärger jetzt wirklich lohnt. Die Gelassenheit, die uns Yoga lehren soll bedeutet nicht, dass man emotionslos oder abgestumpft wird. Wir lernen nur die Situationen hinzunehmen wie sie sind. Da gibt es den netten Spruch von Janosch: "Ich freue mich wenn es regnet, denn wenn ich mich nicht freue, regnet es auch." 

Und was mir besonders hilft in solchen Situationen, ist zu erkennen, dass das Problem immer beim "Angreifer" liegt und nicht bei einem selbst.

Das hilft mir Mitgefühl anstatt Ärger für die Person zu empfinden. Und damit geht es zumindest mir wesentlich besser.

 

 

Schreibe mir auch gerne deine Geschichte, wie du die Corona-Zeit erlebt hast und was du vielleicht aus dieser schwierigen Zeit für dich gewinnen konntest. gikinehmaria@gmail.com

 

Für mich ist eines klar geworden: Ich kann mich dazu entscheiden, mich auf das Positive fokussieren.  Ich bin froh, in dieser Zeit meine Kinder um mich gehabt zu haben. Ich bin dankbar, dass ich rechtzeitig aus Indien zurückgekommen bin. Und ich bin dankbar, dass wir diese Zeit gut überstanden haben und unsere Liebsten alle gesund sind. Das ist alles was zählt.

 

Wenn auch du deine Resilienz stärken möchtest, mehr Gelassenheit und Mitgefühl, für dich und für andere  in dein Leben integrieren möchtest, zeige ich dir gerne Wege dazu. Ich gebe dir Werkzeuge in die Hand mit denen du dir in Krisensituationen selbst helfen kannst.